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29.05.2026
10:30 Uhr
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Bei Rechenzentren ist oft von Mega- oder Gigawatt die Rede statt von der Rechenleistung in Flops oder Tops. Das schafft Vergleichbarkeit.

Zurzeit schießen Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden. In Ankündigungen wird oft die jeweilige Anschlussleistung in Mega- oder Gigawatt genannt. Manche fragen sich: Was ist denn mit der Rechenleistung? Tatsächlich ist der sogenannte Anschlusswert die ehrlichere Kennzahl, die auch über die Lebensdauer eines Rechenzentrums Bestand hat. Anhand des Anschlusswerts lassen sich unterschiedliche Rechenzentren miteinander vergleichen und sogar mit anderen Industrieanlagen. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Hersteller bei Angaben zur Rechenleistung ihrer Systeme gerne tricksen.
Ein typisches Rechenzentrum, oft als RZ abgekürzt, bleibt 20 bis 30 Jahre in Benutzung, die darin laufenden Server ersetzen die Betreiber aber oft nach jeweils drei bis acht Jahren. Server mit modernen Prozessoren rechnen bei ähnlicher Leistungsaufnahme mehrfach schneller als Geräte älterer Generationen. Über die Nutzungsdauer eines RZ kann die darin bereitgestellte Rechenleistung folglich locker um den Faktor 30 steigen. Die Auslegung von Stromversorgung und Kühlung bleibt hingegen über die Nutzungsdauer oft gleich, weil sie sich nur mit viel Aufwand signifikant steigern lässt.
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Außerdem gibt es keinen sinnvollen Benchmark, mit dem sich die Rechenleistung beliebiger Server unterschiedlicher Typen und Altersklassen ermitteln ließe. Völlig in die Irre führen die von Firmen genannten Werte der maximalen theoretischen Rechenleistung ihrer jeweiligen Chips. Nur in Sonderfällen wie bei Supercomputern, für die neue Räume gebaut werden, lässt sich eine genaue Rechenleistung ermitteln. Solche Supercomputer werden zudem oft unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes komplett darin aufgebaut, was praktische Messungen erleichtert. Bei den viel häufigeren Colocation-RZ kann es hingegen Jahre dauern, bis sie maximal ausgelastet sind. Welche Rechenleistung künftige Server konkret haben werden, lässt sich jedoch schwer vorhersagen, und folglich auch die gesamte Rechenleistung eines Colocation-RZ nicht prognostizieren.